
Sind wir alleine auf der Marne?


Nach dem wir in Charly eine gute Nacht verbracht hatten, wollten wir den Platz in Nanteuil einige Kilometer flussabwärts begutachten, doch der war besetzt von einer Hotel-Péniche. Nicht weiter schlimm, wir konnten ja gemütlich weiterfahren, letztlich landeten wir vor der Schleuse in St-Jean-les-Deux-Jumeaux. Wir hatten da schon einmal festgemacht, der Platz liegt nicht optimal, aber für eine Nacht würde das sicher gut gehen. Während unserer Siesta hörten wir Schraubengeräusche, also sahen wir nach, wer sich denn da zu uns gesellen möchte. Die wollten nicht, vielleicht wollten sie in die Schleuse, die aber Doppelrot zeigte und so fuhren sie nach etwa einer halben Stunde wieder flussaufwärts davon. Doppelrot ist nie gut, also entschied sich der Paul zwei Stunden später den VNF darauf aufmerksam zu machen. Und tatsächlich erschien dann kurz vor 18 Uhr und "Ladenschluss" ein sehr netter Schleusenwärter, der uns versprach, dass morgen um acht Uhr die Schleuse wieder normal funktionieren würde (was sie dann nicht tat 😢). Während dem Gespräch fragte der Schleusenwärter beiläufig, wo die Reise denn hingehen solle, die Antwort kurz und klar, Paris. Und jetzt durften wir erfahren, dass wir nicht nach Paris fahren würden, weil in Meaux der Tunnel de Chalifert einsturzgefährdet sei und dass dieses Jahr niemand mehr da durchfahren werde. Das sei auch der Grund, wieso niemand mehr auf der Marne unterwegs sei. Hahaha, Paul hatte aber schon mit seiner Tochter abgemacht! In Meaux ist dann Endstation und wir werden wieder umkehren müssen. Dies ist nicht weiter schlimm, denn es bleibt vorerst auch unklar ob der Canal latéral à la Loire wieder geöffnet wird und dieser Weg auch gesperrt bleibt. Schwierig ist zur Zeit, dass die Avisbat-Meldungen nicht mehr hereinkommen und wir ohne Informationen bezüglich den Zuständen der hiesigen Wasserstrassen sind.
